Sonntag, 21. März 2010

Ich weiß nicht was es ist

Es umarmte mich. „Komm schon! Umarme mich zurück!” Ich tat was es sagte. Ich umarmte es. Es gab mir ein Gefühl der Geborgenheit. Jemand ist da. Ich schloss meine Augen und wollte einfach nur da sein. Doch als ich die Augen öffnete, sah ich eine Faust. Es traf mich hart. Ich blutete nicht, aber im Gegenzug dafür drückte meine Brust. Mein Magen rebellierte. „Warum? Warum schlägst du mich?" Fragte ich es. „Du hättest mich nicht umarmen dürfen!"
Ich verstand nicht und stellte aus Sprachlosigkeit keine weiteren Fragen. Das Atmen fiel mir schwer, doch ich konnte mich erheben. Es guckte mich mitleidig an. Es kam auf mich zu und umarmte mich wieder. Ich verstand gar nichts mehr. Angewurzelt stand ich da und wusste nicht was ich machen sollte. Es drückte mich fester. Ich umarmte es. Doch als ich es fest an mir drücken wollte verschwand es. Ich verstand wieder nicht. „Wo bist du?! Warum bist du auf einmal weg?” Schrie ich. „Ich war immer bei dir...” Sprach es hinter mir. Erschrocken zuckte ich zusammen, schaute nach hinten und fiel auf den Boden. „Warum machst du so etwas?” Fragte ich. „Sobald du mich berührst, passiert so etwas.” Flüsterte es. „Steh bitte auf!” Forderte es. Verwirrt versuchte ich auf die Beine zu kommen. Es stand vor mir und flüsterte: „Ich kann dir denn Grund nicht nennen, aber bitte berühre mich nicht.” Es war ernst. „Es wird nichts passieren solange du mich nicht berührst. Es kann sein, das ich für immer aus deinem Sichtfeld bleibe, also überleg es dir gut!” Es umarmte mich noch einmal. Die Geborgenheit und ein komisches Gefühl kam in mir hoch. Es machte mich glücklich. Ohne nachzudenken gab ich es einen Kuss und plötzlich drückte es fester. Ich bekam keine Luft mehr. „Bitte lass mich los!” Flehte ich. „Ich kann nicht!” Antwortete es mit gequälter Stimme. Es weinte. Ich versuchte es mit den Beinen von mir zu lösen, was aber nicht klappte. Es gab nur noch ein Lösung. Mit letzter Kraft drückte ich es an mich. Fester, als es mich drückte, bevor ich ohnmächtig zu Boden sank.
Einige Zeit später kam ich wieder zu mir. Mein Herz gab kein Signal mehr. Kein Puls. Die Luft war schwer und alles drehte sich. Ich brauchte viel Zeit um wieder klar denken zu können. „Warum lebe ich eigentlich noch ohne, dass mein Herz reagiert?” Fragte ich mich und zur gleichen Zeit spürte ich ein stechen in der Brust. Neben mir eine Stimme: „Weil ich nicht da war.”

Mittwoch, 6. Januar 2010

Der Clown

Ein Zeitgenosse wie der Clown,
ist immer lieblich anzuschaun.
Denn stehts er immer gut gelaunt,
hat er um sich die schönste Frau.

Humor soll bestens funktionieren,
meist beim Akt des kandidieren.
Und fällt sie nicht drauf rein,
lässt er es dann eben sein.

Humor ist nicht für jede Frau,
das weiß der Clown ganz genau.
So hält er sich für diese Maid,
eine Maske startbereit.

Mal ist er lustig voller Witz,
Mal ist er putzig wie ein Kitz.
Mal hört er zu und gibt ihr Rat,
Oder isst ein Blubbspinat (?)

Doch eines Tages ist's passiert,
von vielen Masken sehr verwirrt.
Er doch dann nahm die falsch Gestallt,
im Chaos in seinem Maskenwald.

Bei ernsten Themen Ironie,
Ach armer Clown, so klappt das nie.
Bei Lachern hast's 'ne strenge Miene,
Ach armer Clown, die falsche Schiene.

Die Frau von ihm sehr enttäuscht,
verließ er vorerst seine Bühne.
Denn er, innerlich verseucht,
zerstört am Boden die Gefühle.

Und so der Clown sich ständig fragt,
"Was hast du nur bloß falsch gemacht?"
Auf dem Rücken ein Sack voll Masken,
kiloschwer auf seinen Lasten.

Er war geschminkt auf dem Gesicht,
seinen Anblick fand er widerlich.
So nahm er sich sein Sack,
indem die Masken eingepackt.

Eine Maske müsse her,
Eine für diese Frau.
Doch was sie mochte wusste er nicht,
Nicht mehr so genau.

In Hast und Eile zog er sich,
die Masken nacheinander auf's Gesicht.
Doch zur seiner enttäuschung,
Fand er die Richtige nicht.

Er war Geschminkt auf dem Gesicht,
seinen Anblick fand er widerlich.
Und so strich er sich mit der Hand,
durchs Gesicht und es verschwand.

In Hast und Eile zog er sich,
ein nasses Tuch durch sein Gesicht.
Und zur seiner Freude,
Sah er dann sein schönes "Ich".

Ein Zeitgenosse wie der Clown,
ist immer lieblich anzuschaun.
Denn stehts er immer gut gelaunt,
hat er um sich die schönste Frau.

Doch diese Frau muss erst bemerken,
dass er's ehrlich meint ab jetzt.
Und so rannte der neue Clown,
Zu der Frau, Back to Town (oh mein gott!)

Als die schöne Frau den Clown erblickt,
erkannte er den Clowne nicht.
Denn dann bemerkte sie im stillen,
"Keine Maske auf seinem Gesicht".

Humor soll bestens funktionieren,
doch muss du zuhört beim diskutieren,
Vor allem muss du ehrlich sein,
Zu dir selbst und deinem Maid.

ENDE

Dienstag, 5. Januar 2010

Die einsame Spülfrau

Menschen kommen und Menschen gehen. Ich bin die einsame Spülfrau.
Beachtung wird mir nicht geschenkt, es sei denn ich bin zu langsam. "Wir brauchen Teller!" Sagt ein Mensch. "Wir brauchen Platz!" Sagt ein Mensch. "Schnell Schnell!" Sagt ein Mensch. Immer wieder...
Doch wer sagt schon, dass ich meine Arbeit gut mache? Ein Mensch?
Ich wünschte Teller könnten sprechen. "Hallo, Herr Porzellanteller! Wie war der Mensch der von dir gegessen hat" würde ich fragen. "Hallo, liebe Spülfrau! Du bist meine Rettung! Mein Mensch hat sehr viel geredet und nun ist die Speise auf mich haften geblieben." Würde er sagen. Denn Porzellanteller sind eitel und brauchen Pflege. Und so mache ich meine wohl einzigen Gefährten sauber. Geschirr und Besteck. Der Mensch ist arogant. Ein Egotier. Doch ich bin eine einsame Spülfrau.
Ich bin für alle da, doch ich werde nicht gewertschätzt. Wann kommt die Wende? Ich will auch für mich sein. Ich will das jemand für mich da ist.
Aber ich bin eine einsame Spülfrau...